KW 48 – 2018 Der Ort des Lächelns.

Es begab sich in der 48. Woche des Jahres an einem fernen Ort. Ich machte eine Pause. Räumte mein Arbeitsmaterial weg, stellte ein Schildchen auf und ging nach draußen um eine Zigarette zu rauchen. Als ich um die Ecke kam, um mich im Außenbereich des Café mit meinem Kaffee kurz zu setzen, blitzten mich zwei Augen an. Sie gehörten einem verdammt gutaussehenden Mann in meinem Alter.

Er schaute mich direkt an und lächelte. Nicht nur mit den Augen. Er saß mit einem Anderen dort und sie erzählten. Ich setzte mich und musste auch lächeln. Immer wieder schaute ich rüber und oft trafen sich unsere Blicke. So schön! Noch dazu gut gebaut, kernig. Doch seine wirkliche Schönheit kam von innen, dort wo man nur mit dem Herzen sehen kann. So fern ist dieser Ort ja nun auch wieder nicht.

Tatsächlich stellte ich fest, dass es offensichtlich doch noch Männer gibt, die mich bewegen können. Dann kam jemand vorbei und er machte einen Joke. Auch ich musste mit den Dreien mitlachen. Und ich sah die vielen Fältchen um die Augen. Lachfalten! Jede Menge. Die sah ich sogar noch als er nicht mehr lachte. Und mir fiel auf das ich schon lange nicht mehr an diesem Ort war.

Meine Freundin Anouk hätte spätestens beim gemeinsamen Lachanfall irgendwas laut gesagt und zu diesem Zeitpunkt mindestens die Telefonnummer gehabt. Wenn nicht sogar sein komplettes Leben, inclusive der Schuhgröße, gekannt. Ich aber bin ein leiser Mensch. Als ich wieder rein musste nickte er mir zu. Ich lächelte und nickte zurück. Und dieser Ort war ganz nah.

Ich nahm das Lächeln mit durch den Tag. Bei der nächsten Pause war er natürlich weg. Doch vielleicht kommt er ja nochmal hier her und muss was einkaufen, hoffte ich. Nein, eigentlich WUSSTE ich es. Und so war es auch. Jetzt bei meiner Arbeit konnte ich ihn ansprechen. Er sagte etwas, verhaspelte sich. Wie süß! Er war ja auch schüchtern. Und wir waren für einen Moment am gleichen Ort.

Dann als er weitergehen wollte sagte ich ihm noch, dass ich das vorhin sehr schön fand. Er auch. Dann er ging weiter. Er teilte das Lächeln mit mir und ich nahm meinen Teil mit nach Hause. Hier begleitet mich das Lächeln oft, manchmal kriecht es unter eine Decke und traut sich nicht raus. Aber dann denke ich daran wo es herkommt und es will auch nicht mehr weg. Es war ja auch ein ziemlich ferner Ort…. Irgendwas ist doch immer!

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