03 – 2019 Der Berg.

Jetzt ist er weg. Endlich. Wie er so groß werden konnte, kann ich nicht sagen. Ich wühlte und buddelte was das Zeug hielt. Versuchte zu glätten und zu plätten. Und Schätze fand ich da! Da waren noch Sachen aus der Vergangenheit vergraben. Es war natürlich ein enormer Verlust an wertvoller Zeit, die ich auch mit spazieren gehen hätte verbringen können. Mit ganz viel Mut hatte ich mir nun doch mal ein Brett und das Eisen raus geholt. Langsam, ganz langsam wurde er kleiner und nun ist er weg. Die Karten haben es gesagt! Bin ich jetzt damit durch? Kann ich mich jetzt den nächsten zuwenden? Oder meinten sie was anderes?

Normalerweise bügele ich nicht. Wenn man die Sachen aus dem Trockner nimmt, kann man sie einfach so zusammenlegen, oder aufhängen und alles ist schön glatt. Auch wenn man sie aus der Waschmaschine holt und auf dem Wäschetrockner ordentlich aufhängt, braucht man nicht bügeln. Wenn man allerdings die Sachen auf einen Haufen schmeißt und immer wieder was obendrauf häuft, ist das schon fatal. Immer wenn ich was zum Anziehen brauchte, zog ich es irgendwo aus dem Stapel, wobei sich der Stapel stetig veränderte und die noch darin befindlichen Teile immer mehr verknitterten. Das ging nur noch mit Bügeln raus.

Meine Mutter hat früher immer ALLES gebügelt. Also wirklich alles! Blusen, Hemden, Hosen, Shirts, Bettwäsche und auch Geschirrtücher. Sogar Unterwäsche und Taschentücher. Letztere bügelt sie, glaube ich, heute noch. Sie und mein Vater nehmen immer noch lieber die richtigen aus Stoff und nicht die Papiervariante. Und zwar die für Herren, mit Karomuster drauf. Die für Damen sind zu klein. Als ob Damen sich weniger schnäuzten müssten. Gut, die Nasen sind meist tatsächlich etwas kleiner als die männlichen Gegenstücke. Versucht mal, Stofftaschentücher heute irgendwo zu kaufen… gar nicht so einfach. Früher gab´s die überall.

Einmal habe ich einen schwerwiegenden Fehler beim Bügeln gemacht. Damals hatte ich einen Freund der immer ordentlich gebügelte Hemden für seinen Job brauchte. Oh er sah auch wirklich sehr smart damit aus. Er bat mich eines Tages, ob ich ihm nicht die Hemden bügeln könnte, während er noch etwas arbeiten müsse. Natürlich tat ich das. Doch es war ihm nicht gut genug. Er meckerte, fand hier eine Falte, dort einen nicht sauberen Knick. Anstatt ihm den Kram um die Ohren zu hauen, strengte ich mich immer mehr an, bis er mich lobte. In Zukunft durfte ich immer alles bügeln, weil ich das ja so toll konnte. Ich hab fürs Leben gelernt!

Mädels, wenn Ihr so einen Vollidioten zuhause habt, brennt ein schönes großes Loch in sein Lieblingshemd. Immer wieder. Irgendwann dürft Ihr nicht mehr für ihn bügeln. Er wird Euch deswegen nicht verlassen. Tut Ihr es! Ihr erspart Euch viel Arbeit. Und sonst so einiges.

Ich bügelte also schön meinen Stapel runter, legte zusammen, sortierte in den Schrank und fand Lieblingsteile, die ich bei der Kälte gerade sehr gut anziehen kann. Bei jedem weißen Teil allerdings entdeckte ich Flecken. Auf weißen Teilen habe ich irgendwie immer Flecken. Egal wie oft und mit welchen Mittelchen ich sie bearbeite. Ich gebe sie dann irgendwann völlig entnervt meiner Mutter, die bekommt alles lupenrein sauber. Also bildete ich einen Mamahaufen. Allerdings bügelte ich die Sachen erstmal in Form. Manche Flecken entdeckte ich ja auch erst beim Bügeln, und wenn ich schon mal dabei bin, mach ich das auch fertig.

Meine Mama ist die beste, und deshalb schrieb sie mir, auf meine Frage ob ich ihr die weißen Sachen bringen dürfte: „Aber sicher mein Schatz. Ich freu mich doch, wenn ich das für Dich tun kann. Ich krieg die schon sauber. Aber bügele die bloß nicht! Die Flecken sind sonst permanent drin.“…. Irgendwas ist doch immer!

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