04 – 2019 Quietschis Absturz.

Ich habe einen Kratzbaum. Nein! Eigentlich hat Quietschi ihn. Ich darf ihn nur hin und her schleppen, wenn wir umziehen. Und zusammenbauen durfte ich ihn damals. Und sauber machen darf ich ihn. Rauf darf ich da nicht. Das ist ihr Bereich. Nicht das ich da rauf wollen würde, ist ganz schön hoch. Außerdem sähe das sicher komisch aus wenn ich da oben auf dem Plateau hocken würde. Aber mal so rein theoretisch… Sie hupft ja auch in MEIN Bett. Und hilft noch nicht mal das wieder herzurichten.

Dieser Katzentempel hat zehn Säulen aus Sisalzeug, an denen sie sich ihre Krallen wetzen kann. Drei Ebenen, wovon die mittlere ein großes Loch hat, was völlig unpraktisch ist und weshalb wir da ein festes Stuhlkissen, zum drauf liegen, drüber gelegt haben. Eine Treppe, führt auf die dritte Ebene, über die sie aber nur als Babykatze durch ein winzig kleines Loch klettern konnte. Dort oben gibt es eine Höhle, auf der noch höher das Plateau steht, eine Hängematte und eine runde Rolle, die nirgends hinführt.

Einen kleinen Hocker habe ich dazugestellt, so dass Quietschi vom Hocker auf die zweite Ebene springen kann. Von dort kann sie auf ein Tischchen, auf dem sie ihr Futter aussuchen kann. Gegessen wird aber immer auf dem Boden! Vom Tischchen geht’s auf die dritte Ebene, oder zum Fensterplatz. Vom Plateau baumelt ein Ball zum Spielen, an einem Gummiband vor der Hängematte rum. Da der Tempel aber direkt neben dem Fenster steht, spielt sie, darin liegend, lieber mit der Gardine und macht jede Menge Ziehfäden rein.

Am Montagmorgen hörte ich einen Rums, ein Scheppern und ein fiepsiges Quietschen. Ich schreckte hoch und sah meine Katze völlig verdattert, mit gesträubten Fell, auf dem Küchentisch stehen. Mit einem vorwurfsvollen Blick zurück zum Tempel, hüpfte sie über einen Stuhl runter und verschwand. Die Hängematte war samt Säule runtergekippt, während sie selig darin schlief. Ich hatte am Vorabend noch gedacht, dass es so komisch schief aussieht und ich mir die Verschraubung mal ansehen muss. Arme Quietschi!

„Tja…da ist nix zu machen Quietschi. Das ist abgebrochen, das kann man nicht mehr fest schrauben.“ Ich räumte das Teil weg und einen Tag vermied sie den bösen Katzentempel. Dann machte sie ihren üblichen Gang übers Tischchen zum Fenster und rauf zur Hängem… „Hä? Miau! Wo ist das Teil denn?“ Sie saß vor der Höhle und schaute immer wieder nach rechts oben, wo die Hängematte vorher war. Kurz zurück und wieder hin geguckt. Legte den Kopf schief und Maunzte. Putzte die Pfötchen und guckte wieder fragend dort hin.

Mir musste was einfallen! Also holte ich Gerd, mitsamt Bohrer, Akkuschrauber und Schrauben. Ich hatte mir überlegt die Sisalsäule, mit einem Stück Holz dazwischen, an die Höhle zu Schrauben. Die Schrauben waren zu kurz und Gerd besorgte neue. Die reichten immer noch nicht. Also kam er mit einer langen dünnen Stange an. Gewindestange, sagte er, die konnten wir auf die richtige Länge schneiden. Also bohrten wir und fummelten die Stange rein. Muttern von beiden Seiten drauf, fertig. Hält bombenfest!

Als Quietschi von ihrer Garteninspektion wieder rein kam, maunzte sie und guckte sich um. Sie sah es sofort! Hupf…ab auf den Tempel, einmal aus dem Fenster gucken und dann vorsichtig rein in die Hängematte. Wackelt da auch nichts? Dreimal um die eigene Achse gedreht und auf ihrem Lieblingsplatz eingekuschelt. Ziemlich glücklich fing sie schnurrend an, an der Gardine zu zupfen…. Irgendwas ist doch immer!

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