06 – 2019 Ne Schnapsidee?

Jemand sagte mal: Die besten Ideen entstehen im Suff! Und der ist jetzt Millionär. Gut, das ist dann wohl eher eine ´Suffidee`, eine ´Supersuffideee`. Der Sinn des Wortes ´Schnapsidee` liegt natürlich nicht notwendigerweise im Schnaps, sondern darin das man später feststellt das es eben keine so gute Idee war, wie man dachte. Das findet man aber nicht raus, wenn man die Idee nicht verfolgt. Und vielleicht sollte man viel öfter seine Ideen verfolgen.

Ich saß mit Anouk auf meinem Sofa, wir tranken ein Gläschen Sekt und redeten über dies und jenes. Dabei kamen wir auf das Thema Arbeit. Was könnten wir denn noch so tun? Wo liegen unsere Fähigkeiten? Was macht uns Spaß? Mit meiner Situation bin ich eigentlich ganz zufrieden. Als Freigeist schätze ich es, nicht fest irgendwo eingespannt zu sein, oder Berge bewegen zu müssen. Anouk jedoch würde gern einen sicheren, festen Job haben.

„Mach doch was mit Reiseführerin“ sagte ich. Sie hat das gelernt, spricht außer Deutsch und Englisch noch mindestens drei weitere Sprachen. Fließend! Da kann ich nicht mithalten. Sie ist in drei verschiedenen Ländern aufgewachsen und ein Teil ihrer Familie stammt aus einem vierten. Dort hat sie viel erlebt und kennt viele unbekannte Ecken. So wie man sie nur kennen kann wenn man dort mit den Einheimischen Menschen lebt.

„Und wenn wir das selber machen?“ sagt Anouk plötzlich. „Wir könnten…“ und dann sprudelten die Ideen. Wir holten eine weitere Flasche Sekt aus dem Kühlschrank und schrieben mein Flipchart voll. Dachten uns einen Namen aus, der sehr kreativ mehrmals gedreht und gewendet wurde, bis er passte. Auf die nächste Seite schrieb Anouk Reiseziele, von denen ich noch nie was gehört hatte, die aber spannend klangen.

Seite Drei wurde von mir mit organisatorischen Dingen bekritzelt und wie man die Website machen könnte. So philosophierten wir einige Zeit herum, schrieben, kritzelten und malten Pfeile von einem Punkt zum andern. Einen Bus bräuchten wir, und wir müssten einen Busführerschein machen, ein Busfahrer extra ist zu teuer, außerdem wollen wir ja beide mitfahren. Wie viele Leute können oder müssen mit, damit es sich rechnet?

Bei der Frage WER uns das alles finanziert, hörten wir auf. Denn Geld was wir reinstecken könnten haben wir beide nicht. Nichtsdestotrotz erkundigte sich Anouk in den nächsten Tagen nach dem Führerschein und ich rief einen alten Bekannten an, der seit zehn Jahren in dem Geschäft tätig ist. Er fand die Idee klasse, die Reiseziele, das Konzept an sich und gab mir viele hilfreiche Tipps. Beschwichtigend sagte ich das es ja erstmal nur so‘ne Idee sei.

Bei meinem Bekannten hat es fünf Jahre gedauert bis es einigermaßen lief. Tja… in fünf Jahren sind wir um die 60. Ob da noch jemand mit uns reisen will? Also die, die wir uns als Kunden vorgestellt haben? Und ein sicherer, fester Job wäre das ja nun auch nicht gerade. Wir sprachen noch ein paarmal davon, doch dann holte uns der Alltag ein. Arbeiten, Bürokram machen, Garten pflegen, Eltern oder Kinder besuchen, Miete zahlen.

Der ein oder andere Einfall dazu, bekam noch Platz auf dem Flipchart. Dann blätterte ich die Seiten um, zu den anderen nicht vergessenen Ideen, die auf der umgeschlagenen Seite vor sich hin schlummern, und stellte es zurück in seine Ecke. Im Ideen haben bin ich ganz gut. Nicht so gut allerdings im Verfolgen dergleichen. Doch wer weiß…vielleicht fällt mir zu der Finanzierung ja noch das richtige ein…. Irgendwas ist doch immer!

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