08 – 2019 Wenn es nicht so blöd wäre…

Es gibt Geschichten die sind nicht schön oder lustig. Bei näherer Betrachtung allerdings, haben so manche Bestandteile dieser Geschehnisse durchaus Ihren eigenen Witz und das Leben wie immer eine Portion Humor. Überlegt habe ich, ob ich die Ereignisse der letzten Wochen hier tatsächlich zum Lesen geben möchte. Ich möchte! Und, ob es wohl den beteiligten Personen recht wäre. Ich weiß es nicht. Doch ich weiß, dass sie grundsätzlich meinen Humor teilen und gerne meine Geschichten lesen. Mom, Pop: Ich habe Euch lieb!

Am ersten Märztag, es war noch dunkel, wollte mein Vater aufstehen um mal die Toilette zu besuchen. Seine Knie funktionieren schon länger nicht mehr gut. Wenn er, mit seinen fast 85 Jahren, sich schwerfällig aus dem Stuhl hochdrückt, klingen seine Knie als würde ein altes, nicht geöltes Türscharnier knarren. Zuerst dachten meine Schwester und ich, dass es der Stuhl sei. Doch als es genauso knarrte als er vom Sofa oder sonst wo aufstand, wurde uns klar, dass es unser Vater ist der so knarrt, und wir lauschten jedes Mal fasziniert.

An diesem Morgen aber hielten ihn seine Knie nicht. Da er jedoch schon auf der Bettkante saß, ließ er sich zurück ins Bett fallen. Meine Mutter, selbst mit starken Rückenschmerzen gebeutelt, konnte ihn nicht wieder raufziehen. Er rutschte also vom Bett auf die Knie und krabbelte ins Bad. Dort kam er leider auch nicht weiter. Der zur Hilfe gerufene Nachbar half dann auf und ein Krankenwagen brachte meinen Pop ins Krankenhaus. Dort stellten sie eine schwere Influenza fest und meinten dass es nix mit den Knien zu tun hat.

Das wollten wir nicht glauben, aber es stellte sich tatsächlich als richtig raus. Ja, die Knie sind hin, doch war das nicht die Ursache. Mit dem Schwinden der Influenza kam die Kraft in die Beine zurück. Mein Vater lief, mit Hilfe eines Therapeuten und eines Rollators, über den Krankenhausflur und meinte später, dass DER ja viel schwächer sei, denn er hätte ständig gefragt, ob sie sich nicht mal hinsetzen wollten. Mittlerweile ist er wieder Zuhause und kann in etwa so laufen wie vorher. Ich meine sogar dass das Knarren weniger geworden ist.

An dem Tag bevor er entlassen wurde, fuhren wir zu Mom. Wir fanden sie vor Schmerzen gekrümmt und kaum ansprechbar vor. Da sie partout nicht ins Krankenhaus wollte, verwarfen wir die Idee mit dem Notarzt und riefen den Hausarzt. Als der dann endlich kam setzte sie sich hin und sagte es wäre nicht so schlimm. Er schickte aber doch noch jemanden zum Blut abnehmen. Ich blieb die Nacht dann dort, denn der einzige Moment, wo es ihr nicht schlecht ging, war genau der mit dem Arzt. Ich habe genauso wenig geschlafen wie sie.

Am nächsten Tag rief der Arzt an und sagte, dass irgendwelche Entzündungswerte zu hoch seien und ich sie mal doch ins Krankenhaus bringen sollte. Ich redete ihr gut zu und brachte sie hin. Als sie im Aufnahmezimmer war, besuchte ich meinen Vater auf der gleichen Station, der wartete auf den Brief für die Entlassung. Wir besuchten Mom nochmal zusammen, dann nahm ich Pop mit und ließ Mom da. Sie kam, nachdem das Zimmer gereinigt war, auf das gleiche Zimmer, aus dem ich meinen Vater abgeholt hatte.

Es war höchste Eisenbahn. Der Körper war völlig vergiftet von irgendwelchen Bakterien. Die Niere machte auch noch schlapp und sie kam auf die Intensivstation und später in ein anderes Krankenhaus, wo sie an der Wirbelsäule operiert wurde. Es wird leider noch dauern bis sie wieder ganz gesund ist. Doch es geht es ihr etwas besser: sie will die blöden Untersuchungen nicht mehr, sondern nach Hause und dann eine kleine Feier. Dabei pult sie sich die störenden Herzfrequenzmessklebedinger schon mal von der Haut…. Irgendwas ist doch immer!

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