12 – 2019 Panik!

Ich habe Furcht vor Ärzten die ich nicht kenne und ausgesprochen vor Krankenhäusern. Ich fühle mich dort so hilflos und ausgeliefert. Es dauert lange bis ich einem Arzt vertraue. In Krankenhäusern ist das noch schlimmer, weil dort ständig jemand anderes kommt und jeder was anderes erzählt. Wenn überhaupt einer kommt, und man es denn verstehen kann. In der Notaufnahme kümmert sich zudem keiner um dich. Die nehmen deinen Namen auf, die Krankenkassenkarte, was passiert ist und dann wird man allein gelassen.

Gerd hatte ich nach Hause geschickt. Er hatte mich gefahren, da man mit einem Gips-Arm das nicht tun sollte. Gekonnt hätte ich zwar, jedoch zahlt die Versicherung nicht, wenn irgendwas passiert. Da bräuchte mir nur jemand die Vorfahrt zu nehmen und ich wäre Schuld. Also fuhr Gerd mich geduldig zu jedem Arzttermin und wartete bis ich wieder rauskam. Er selbst hatte einmal in der Notaufnahme auf einem Bett von morgens bis abends rumgelegen und nicht mal etwas zu trinken bekommen. Niemand hat nach ihm geschaut oder gefragt.

Nach mehreren Stunden fragte ich, ob ich mal rausgehen könnte und man gab mir einen Pieper, mit dem ich Kaffee trinken gehen konnte. Wieder viel später piepte das Ding dann tatsächlich. Als ich mich aber bei der Annahme meldete, wusste keiner was davon. Die, die mir den ausgehändigt hatte, war zur Pause. Sie wussten auch nicht wo ich hin sollte. Von wo ich gerufen wurde. Sie telefonierten rum, aber keiner wollte mich haben. Mit den Worten: „Sie werden gleich abgeholt“ stand ich dann weitere Stunden trotzig im Flur.

Dann wurde ich endlich in ein Untersuchungszimmer gesteckt. Dort kam nach kurzer Zeit eine Arzthelferin. Sie fragte was passiert sei und nahm mir die CDs vom Röntgenbild und vom CT ab, und brachte sie wenig später wieder. „Der Arzt guckt sich das gleich an.“ Das Zimmer war für mich wie ein Gefängnis und nach einer Stunde lief ich wie ein Tiger im Käfig herum und fing an die herumstehenden Möbel mit dem Fuß durch das Zimmer zu schubsen. Endlich fand ich den Schalter um die Tür zu öffnen und guckte immer wieder raus.

Nach einer weiteren halben Stunde fragte ich jeden der vorbei kam, was denn nun wäre. „Weiß ich auch nicht.“ „ Hier bin ich nicht zuständig.“ „ Das ist die Notaufnahme.“ waren die Antworten. Meine letzte Frage ging an einen, der aussah wie ein Arzt, aber an meinem Zimmer vorbei ging: „Wo bitte ist der Ausgang?“ Er sagte nicht, dass ich warten müsse, sondern wies mir den Weg. Ich rannte und rannte. An der Information erwischte ich gerade noch Caro, die dort arbeitete und jetzt Feierhabend hatte. Sie nahm mich mit.

Ja ich hab hier schon tolle Freunde. Alle haben mir geholfen während der Zeit. Gerd holte Holz rein. Isa wusch mir die Haare. Bine fuhr mit mir Einkaufen. Elsa gab mir den Tipp mit dem Geld für Haushaltshilfe, weil ich ja alleine wohne. Was auch geklappt hat und ich mich nun mit einer Party bei allen bedanken kann. Im Krankenhaus ist es niemandem aufgefallen das ich einfach abgehauen bin, sagte Caro. Nur musste ich jetzt ja irgendwas noch machen mit meinem Arm. Also doch noch zum Hausarzt, der mich weiter überwies.

Der Orthopäde war nett, guckte sich die Bilder an und sagte: „D-D-D-Der U-U-U-U-Unfall w-w-w-war w-w-w-w-wa-wa-wann?“ So ging das weiter und ich hatte alle Mühe nicht vor unterdrücktem Lachen auf dem Boden zusammen zu brechen. Mit der Behandlung bin ich voll zufrieden. Zügig und übrigens kein Fall für die BG. Der Gips kam bald ab, noch ein bisschen Schonen und dann Krankengymnastik. Termine dafür habe ich, nach etlichen Telefonaten, allerdings erst für Mitte Januar bekommen…. Irgendwas ist doch immer!

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