02-2022   Das gelachte Gesicht《LIL KÜKEN》

I had a dream. Ich hatte einen Traum. Eigentlich habe ich oft Träume. Realträume, ich erlebe sie so als wäre es das richtige Leben. Und natürlich weiß ich mittlerweile, dass sie mir was sagen wollen und kann es auch recht gut deuten. Meist vergesse ich dann was ich geträumt habe, doch die Deutung daraus bleibt. Neulich träumte mir also das ich eine Geschichte geschrieben habe und sie den Menschen gefiel. Natürlich träumte ich auch noch anderes drum rum. Doch nur dies blieb mir im Gedächtnis. Und der Titel: „Das gelachte Gesicht.“ Hm… ja ist schon klar… mir fehlt das schreiben. Und ich sollte mal wieder Geschichten hier im Blog schreiben und auch an meinem Buch weiter arbeiten. Aber der Titel? Dazu viel mir nichts ein. Seitdem steht er an meinem Whiteboard und wartete auf Verwendung.

Und dann träumte ich nicht. Ich saß einfach gemütlich, mit einem Glas Wein, draussen in meinem Sommerwohnzimmer. Es war Samstag, ein angenehm warmer Abend und noch hell. Am See unten fanden die üblichen „Juhu es ist Sommer“-Partys statt. Ich mag es. Wenn sie Fußball spielen, sich gegenseitig ins Wasser schmeissen, das Gejauchze, die Musik und die lautstarken Unterhaltungen von dem man nur bestimmte hohe Töne oder Bässe hört. Manchmal nervt es auch. Aber ich wohn nun mal in einem Erholungsgebiet und jeder hat das Recht sich auf seine Weise zu erholen. Solange da nicht so’n paar Vollpfosten dabei sind, die zum Beispiel Einkaufswagen mit grossem Geäst darauf genau unter einem Baum in Brand setzen oder ihren ganzen Müll auf der Wiese verstreut liegen lassen.

Plötzlich höre ich ein rascheln hinter den Schiebetüren des Pavillions, auf der Seite wo meine Hollywood- Schaukel in der Nachmittagssonne steht. ‚Oh, wer kommt denn jetzt noch?‘ dachte ich. Quietschi war auch hoch geschreckt und auf dem Sprung. Sie mag doch keine Fremden. Als sie weg sprang, wusste ich das es wohl kein guter bekannter Freund war. Es tat sich aber nix. War auch ruhig. Also guckte ich um die Ecke. Und erschrak. Da lümmelt so’n junger Typ mit pinken Haaren auf der Schaukel rum und ein zweiter schaute mich ebenso erschrocken an, wie ich die beiden. „Ähm… was macht ihr hier? Das ist privat, auch wenn das Grundstück nicht eingezäunt ist.“ Fragte ich vorsichtig. Bei den Jugendlichen weiß man ja noch weniger als bei Hunden was auf einen zukommt.

Etwas angeschickert aber höflich kam die Erklärung. „Entschuldigung für die Störung, aber wir drehen gerade ein Musikvideo“ Ich hab wohl sehr belustigt geguckt. „Doch echt jetzt! Dürfen wir das eben fertig machen?“ „Von mir aus… aber wartet mal ich geb euch die Unterlage.“Völlig verwirrte vier Augen schauten mich an. „Na so auf dem Metal ist doch unbequem.“ ich brachte also den Bezug für die Schaukel und schaute zu wie (ohne Musik) da irgendwelche Bewegungen gemacht wurden. Dann ging ich wieder in meine Ecke. Nur als sie dann im Waldstück zur Nachbarin rum sprangen, sagte ich das das ja nun nicht sein müsse. So mit freiem Oberkörper und der Jeans auf halb acht. Obwohl… die war ja eh grad nicht da also was solls. Dann legten sie brav das Polster zurück, verabschiedeten sich und gingen.

Lächelnd saß ich dann wieder in meiner Ecke, als sich plötzlich ein pinker Haarschopf am Bambus vorbei schob. „Dürfen wir uns vielleicht kurz zu dir setzen und eine rauchen?“ Ich musste lachen. Klar. Der Pinke nennt sich ‚LIL Küken‘, sein Freund ‚young man do‘. Sie machen Rap und sie zeigten mir ihre Musik und die Videos die sie gemacht haben, legten auch das ungeschnittene gerade gedrehte auf ihre Musik. „Hey ihr habt euch auf mein Auto gelegt!“ LOL! Sehr cool. Ich finde es großartig. Gut über die Texte kann man diskutieren. Aber sie machen, wie ich finde, großartige Musik und Videos. LIL hat mit 12 schon angefangen…da hab ich noch mit Puppen gespielt. Über zwei Stunden haben wir uns darüber und über Gott und die Welt unterhalten, bis eine Message vom Strand kam, ob sie nicht mal wieder kommen wollen.

Sie wollten sogar die zwei Radler Flaschen, die ich ausgegeben habe, noch wegräumen. Schrieben ihre Künstlernamen auf eine dabei gehabte Maske, verabschiedeten sich, tanzten ihre und meinen Namen (waldorfschüler) in die mittlerweile dunkle, von Kerzen beleuchtete, Nacht. Das hatte ich noch nie gesehen. Was sie da gelassen haben ist Freude, eine nachhaltige Bereicherung, die beschriftete Maske und: ‚ein gelachtes Gesicht‘. Das ist euer Titel! Manchmal muss man einfach warten bis etwas passt. Danke an zwei Talente die den Mut haben ihren Traum zu leben. Macht weiter, ich wünsche euch Erfolg und denkt dran: Mut ist, wenn man trotzdem springt! Wir bleiben in Kontakt. Ich würde euch ja auch folgen… nur dann müsste ich noch instagram oder tiktok haben…. Irgendwas ist doch immer!

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